Wie geht das?
Eigentlich sollte man sich ja vorher Gedanken machen, wie das aussehen soll, wenn man bloggt. Das habe ich auch, aber über diese kleinen Nebensächlichkeiten wie eine Kommentarfunktion und ähnliches, über die habe ich nicht wirklich ausgiebig nachgedacht. Ich dachte mir, ich lege einfach los, und dann kommen die Probleme schon von alleine.
Na gut, ich habe gerade in einem anderen Blog gelesen, dass "Beachtung zu finden das allererste Mediengesetz überhaupt" sei. Ist das so? Das müssen sich ja tatsächlich alle Medienmacher fragen: Veröffentliche ich nur, um beachtet zu werden? Klar, man WILL beachtet werden, man WILL, dass gelesen, gehört, wahrgenommen wird, was man veröffentlicht. Ohne ging es nicht. Aber heißt das auch, dass man um jeden Preis beachtet werden will, egal wofür? Es gibt den guten alten PR-Satz "Any promotion is good promotion", und da ist tatsächlich viel Wahres dran. Das sollte aber doch wohl nicht heißen, dass man jeden Unsinn verbreitet, nur um wahrgenommen zu werden, alle möglichen Gerüchte in die Welt setzt, nur um das Gerede anzuheizen.
Ich finde, das ist blanker Unsinn ... und schreibe doch auch diese Worte, um irgendwo vielleicht, eventuell mal aufzutauchen. Übrigens, vom allerersten Mediengesetz überhaupt hat Jan Feddersen in seinem Blog zum Eurovision Song Contest geschrieben: ... grummelnde Gremien. Nicht, dass er nicht recht hätte, wenn er behauptet, dass konträre Diskussionen bei unseren öffentlich-rechtlichen Sendern nur sehr selten um Inhalte, sondern viel mehr für den Showroom geführt werden. Die Sache an sich ist ja meist viel weniger interessant als die heftigen Ausbrüche, Reaktionen und zickenkriegähnliche Auseinandersetzungen. Alles nur PR? Ich hoffe nicht, finde, die Balance muss immer noch stimmen.
Und ob ich mir zu wenig Gedanken über das Erscheinungsbild und die Funktionen meines Blogs mache oder nicht, ist sicher eine Kleinigkeit gemessen an den Überlegungen, die man sich als Medienmacher grundsätzlich machen sollte, bevor man zur Tat schreitet. Da sollte man im Vorfeld ganz genau wissen, wie das geht ...
Mein erstes Mal ...
Tage, Wochen, ja sogar Monate mache ich mir schon Gedanken darüber, was hier wohl stehen könnte. Wen interessiert das? Was habe ich eigentlich zu sagen? Was ist ein Blog und wofür ist das überhaupt gut?
Okay, es ist eigentlich ganz einfach, ein Blog ist eine Art Tagebuch, und ich denke den lieben lang Tag über Sprache nach. Es geht weniger darum, welche Inhalte ich damit transportiere, die sind mehr oder weniger vorgegeben, ich beschäftige mich viel mehr damit, welches Handwerkszeug ich nutze, um Inhalte dahin zu bringen, wo sie hingehören, nämlich zu einem Leser, Nutzer, Redakteur, zu all jenen Menschen, die ich erreichen will.
Es mag vielen albern erscheinen, aber ich verbringe viel Zeit damit, genau hinzuschauen und zu überlegen, ob einzelne Wörter groß oder klein geschrieben werden, ob sie nun zusammen oder getrennt da stehen sollten und wie ihre korrekte Schreibweise nach der x-ten Reform nun sein müsste, beziehungsweise welche ich eigentlich favorisiere. Ich verfluche die komplexe und komplizierte deutsche Rechtschreibung mehr als einmal am Tag, und trotzdem merke ich immer dann, wenn jemand sie nicht einmal rudimentär beherrscht, wie wichtig sie mir tatsächlich ist. Achso, auch mit den Kommata bin ich bisweilen eher eigen. Ich glaube auch nicht, dass ich mich damit einsam fühlen müsste ...